Close

9. Januar 2017

Wie die Cloud unser Geschäftsmodell verändert – Teil 1

Seit Jahren wird der Begriff Cloud durch die Medien massiert. Erste Visionen strategischer Ausrichtung der Geschäftsmodelle in die Cloud wurden bereits im Jahr 2008 an der Microsoft TechED in Barcelona durch Referenten thematisiert. Dass diese Referenten persönlich von dieser «von oben delegierten Vision» so voll und ganz überzeugt waren, kam damals nicht wirklich glaubhaft rüber. Mich persönlich faszinierte bereits damals diese Vision, was ich aber genau damit anfangen kann und wie sich dies auf meine künftigen Aufgaben auswirken wird, war mir damals auch noch nicht so wirklich klar.

Wenn wir nun Anfang 2017 eine Standortbestimmung zum Thema Cloud vornehmen, zeichnet sich ein sehr konkretes Bild ab. Die Geschäftsmodelle aller grosser Plattform- und Applikations-Hersteller wurden in den vergangenen Jahren konsequent auf das Cloud-Modell umgebaut oder oft neu aufgebaut. Die Lizenz- und Support-Modelle wurden nach und nach auf die Aspekte der Cloud ausgerichtet.

 

 

Unsere eigene Reise in die Cloud

Wir, die BrainConsult, sind seit mehreren Jahren überzeugt, dass die Cloud ein fundamentaler Bestandteil unserer künftigen Tätigkeit sein wird. Also begannen wir schon sehr früh uns mit diesen Themen zu beschäftigen. In einem ersten Schritt mieteten wir uns in einem Telehouse ein und bauten eigene Cloud-Dienste, welche wir unseren Kunden anboten. Dieses Geschäftsmodell betreiben wir auch heute noch immer sehr erfolgreich. Noch vor wenigen Jahren war für uns die grösste Herausforderung, dass uns die Hersteller keine Lizenzmodelle anbieten konnten, welche für sogenannte «Managed Services» tauglich waren. Nach und nach kombinierten und verbanden wir öffentliche Cloud-Dienste mit Diensten aus dem eigenen Datacenter oder mit Infrastruktur- und Applikations-Komponenten lokal vor Ort bei Kunden.

Je mehr Dienste und Kunden, umso mehr mussten wir uns zu den Themen Betrieb und Change-Management (Änderungen an Systemen werden nur noch nach klaren Prozess-Vorgaben durchgeführt) Gedanken machen. Flankierend kamen die Themen Automatisierung und Standardisierung hinzu. Die in diesem Abschnitt gestreiften Themen fordern uns tagtäglich und werden dies auch künftig noch in einem hohen Masse tun.

Sonnen- und Schatten-Seite der Cloud

Um das Thema Cloud und deren Licht- und Schattenseiten am eigenen Leib zu erfahren, nutzen wir selber seit über drei Jahren ausschliesslich Cloud-Dienste. Einerseits sind wir Kunde unserer eigenen Telehouse-Dienste, andererseits nutzen wir für das Erledigen unserer Aufgaben im Alltag eine Vielzahl öffentlicher Cloud-Dienste (Microsoft Office 365, Microsoft Azure, und diverse weitere).

Wir schätzen die Vorzüge, welche aus dieser konsequent umgesetzten Strategie resultieren. Wir müssen uns keine Gedanken über mobiles Arbeiten oder die Kollaboration mit Partnern und Kunden machen. Diese Fragen und Aspekte mussten wir am Anfang unserer Reise behandeln. Inzwischen sind diese für uns bereits Gewohnheit und Alltag. Das Hinzufügen von weiteren Diensten gestaltet sich meist recht einfach, da eine Anbindung oder existierende Cloud-Schnittstellen ein MUSS-Kriterium darstellen.

Die Schattenseiten einer konsequenten Cloud Strategie durften wir ebenfalls sehr schmerzhaft erfahren. Die agilen Vorgehensweisen und immer kürzer werdenden Release Zyklen der einzelnen Cloud-Dienste führen dazu, dass die Qualität, Stabilität und oft auch Geschwindigkeit nicht nur positiv sind. Konkret: wir mussten lernen mit fehlerhaften Software zu leben. Dies am eigenen Leib zu erfahren ist noch das Eine. Sobald diese Erfahrungen durch Kunden gemacht werden müssen, welche schlussendlich «nur die tägliche Arbeit» verrichten möchten, führte sehr oft zu emotionalen Diskussionen. Dieser Anspruch ist Seitens der Endanwender, dass soll an dieser Stelle nochmals betont werden, absolut berechtigt, im Alltag mit den beschriebenen Schattenseiten aber nicht immer einfach zu erfüllen.

Wir wurden oft mit der Aussage konfrontiert: «Ihr habt uns dieses Produkt empfohlen, nun erwarten wir von Euch, dass dieses auch einwandfrei funktioniert». Wir standen, und stehen heute noch, zwischen Hersteller und Kunden. Wir übernahmen auf einmal emotional eine Verantwortung, welcher wir nicht gerecht werden können. Wir sind immer noch tagtäglich gefordert, dieses Spannungsfeld möglichst transparent und offen zu leben und zwischen Kunde und Anbieter eine begleitende Rolle einzunehmen.

Wie wir diese Themen konkret angegangen sind, ist im Teil 2 dieses Blogs zu lesen, welcher in den kommenden Wochen aufgeschaltet wird.

Weiter zum Teil 2 dieses Blog Beitrages.

2 Comments on “Wie die Cloud unser Geschäftsmodell verändert – Teil 1

Ronny Peterhans
9. Januar 2017 um 8:10

Zum Thema „Der Dienstleister im Sandwich zwischen Kunde und Hersteller“ könnte man wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen – egal ob Cloud oder nicht 😉
Guter Blog, weiter so!

Antworten

[…] Wie die Cloud unser Geschäftsmodell verändert – Teil 1 […]

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.