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16. Oktober 2017

S-T-O-P: ein Garant für erfolgreiche Veränderungsprozesse

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einem Veränderungsprozess in Firmen führen. Was jedoch immer identisch bleibt ist die Abhängigkeit von der Führungsebene. Je besser sich Führungscrew selber führen kann, je erfolgreicher ist der Ausgang eines Change Prozesses.

Wer kennt das nicht – die Veränderung ist im organisatorischen Chaos, Meilensteine müssen laufend verschoben werden, Mitarbeiter sind durch Unsicherheiten blockiert, der Druck von oben steigt, Ergebnisse werden erwartet und nichts geht wie erwartet.

In solchen Momenten ist die Gefahr gross, dass man sich als Führungsperson selber reinkniet, heroisch an Details arbeitet und überzeugt ist, dass dieser Einsatz positiv von den Mitarbeitern goutiert wird. Vermeintlich glaubt man mit solchen Aktionen alles wieder unter Kontrolle zu bekommen und zurück auf die richtigen Bahnen zu gelangen. Man verliert jedoch dabei oft den Durchblick und taucht immer weiter in die vertiefte Detaillierungsebenen ab.

Genau dieses Vorgehen führt nicht selten dazu, dass das Management scheitert, da der gesamtheitliche Blick verloren geht. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, wenn man sich in Achtsamkeit übt und «STOP» regelmässig betreibt:

S Step back Bewusst Abstand nehmen und sich die Frage stellen:
Was tun wir hier eigentlich?
T Think aktuelle Situation begutachten, wahrnehmen, neu beurteilen
O (Re-)organise Anpassungen machen; Korrekturen einleiten
P proceed Umsetzung angepasst weiter angehen

Ohne diesen bewussten «Step back» oder Positionswechsel ist die Gefahr enorm, dass man den Blick aufs grosse Ganze verliert.

Natürlich ist es wichtig, dass man in einem Veränderungsprozess Nähe zu den Mitarbeitern hat – sich auf die operative, umsetzungsorientierte Ebene begibt und von dort aus lenkt. Es ist jedoch unerlässlich – im Zuge einer erfolgreichen, zukunftsgerichteten, stringenten Veränderungsphase – dass man bewusst die Position verändert, Abstand nimmt und sich aufs Gesamtbild fokussiert.

Es geht hier bei nicht darum, dass man sich über die Mitarbeiter stellt. Hingegen ist es aber zentral, sich über die Thematik, losgelöst vom Alltag, Ängsten, Verunsicherungen, zwischenmenschlichen Verbandelungen und kulturellen Gegebenheiten zu stellen.

Das Ziel ist zu fokussieren, die bisherigen Schritte neutral zu betrachten, Korrekturen einzuleiten und diese dann mit der nötigen, sozialen Verträglichkeit anzugehen.

Als Führungsverantwortliche ist es zentral, dass man sich nicht vom Di-Stress (negativem Stress) leiten lässt. Mitarbeiter erwarten, dass man als Leader nicht nur voran geht, sondern auch dass der Weg klar ist. Dies ist jedoch nicht möglich, wenn man selber im Sumpf abtaucht oder gar dort gefangen ist.

Erfolgreiche Leader sind nicht nur «Knower», sondern auch «Learner». Als lernfähige Führungsperson verbreitet man Sympathien, Menschlichkeit und damit eine Akzeptanz, die in Veränderungsprozessen ausschlaggebend sein kann.

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