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25. Juni 2018

IT Organisation für Ihre Digitalisierungsstrategie

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit 1-249 Mitarbeiter sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. KMU bilden in der Schweiz mehr als 99% der marktwirtschaftlichen Unternehmen und stellen 2/3 der Arbeitsplätze.

Der KMU-Spiegel 2017 der FHS St. Gallen widmete sich der Frage, welche Chancen und Herausforderungen Schweizer KMU im Rahmen der Digitalisierung sehen. Von den Total 603 befragten KMU nehmen die meisten die Digitalisierung als Chance wahr. 72% der Unternehmen verfolgen bereits digitale Projekte wie zum Beispiel die Entwicklung einer App oder den Aufbau eines Online-Shops.

Klar ist, dass die Digitalisierung zu Veränderungen führt. Das Ausmass sowie die Geschwindigkeit der Veränderung können nicht global betrachtet werden und sind von Branche zu Branche unterschiedlich. Während für Dienstleistungsunternehmen Automatisierungen oberste Priorität haben, sind im Handel und im Gastgewerbe neue digitale Vertriebswege und die Generierung von Neukunden sehr wichtig. Wiederum wollen die Unternehmen in der Industrie und im Baugewerbe durch die Digitalisierung die Effizienz steigern um ihre Produktivität zu erhöhen.

Mit der Digitalisierung muss die IT in den Unternehmungen eine ganz andere Rolle erhalten. Trotz der Tatsache das 9 von 10 Unternehmen in der Schweizer KMU-Landschaft die Digitalisierung als Chance sehen, sehe ich den Nutzen, welcher aus der Unternehmens-IT gezogen wird immer noch sehr unterschiedlich. Die unterschiedlichen Rollen und Wahrnehmungsstufen der IT im Unternehmen werden in der folgenden Abbildung symbolisiert.

Wahrnehmungsstufen der IT im Unternehmen / Quelle: Inge Hanschke 2009

IT als Kostenfaktor: Es gibt auch heute noch Unternehmen die die IT als reine Technik betrachten, die in der heutigen Zeit einfach notwendig ist, aber vor allem Kosten und Probleme verursacht. Im Gegenzug fühlen sich IT-Verantwortlichen auf dieser Stufe mit ihrem einzigartigen Fachwissen unentbehrlich, was teilweise dazu führt das Wünsche der Geschäftsleitung und der Fachabteilungen vernachlässigt werden.

IT als Vermögenswert: Wird die IT als Vermögenswert gesehen, trägt sie bereits zur Effizienzsteigerung der Geschäftsprozesse der Unternehmen bei. Gewisse Bereiche und Prozesse wie zum Beispiel die Betriebsverantwortung der Infrastruktur werden bewusst ausgelagert und durch externe Dienstleister vollbracht. In diesem Fall kann sich die interne IT auf die Geschäftsprozesse und die damit verbundenen Anwendungen konzentrieren. Für den reibungslosen Betrieb der Basisinfrastruktur sorgt in diesem Fall der externe Partner.

IT als Businesspartner: Bereits auf dieser Stufe wird von der IT mehr gefordert als einen reinen effizienten Betrieb der IT-Systeme. Es werden Services bereitgestellt, welche für die Umsetzung und Optimierung von Geschäftsprozessen dienen. Die IT fungiert als interner Dienstleister, stellt also Geschäftsprozesse zur Verfügung und ist ein wichtiger Bestandteil bei operativen und strategischen Geschäftsentscheidungen. Die Geschäftsleitung und die IT geniessen gegenseitiges Vertrauen und Respekt.

IT als Enabler: Als Enabler dient die IT dazu, gänzlich neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. IT wird zum zentralen und unverzichtbaren Treiber der unternehmerischen Wertschöpfung. Die IT unterstützt die Unternehmensentwicklung mit innovativen Ideen und schlägt neue Geschäftsmodelle vor.

Die Entwicklung von der IT als Kostenfaktor zur IT als Business Enabler funktioniert nicht von heute auf Morgen. Die Modernisierung der IT-Architektur hat zwar hohe Investitionskosten zur Folge, ist dabei aber oft das kleinste Problem. Die grössten Herausforderungen sind nicht technische, sondern organisatorische Aspekte wie die Firmenkultur, Auf- und Ablauforganisation sowie die IT Organisation. Die IT nicht als Hobby Shop, sondern als Business Partner zu betrachten erfordert eine Verankerung auf oberster Ebene – der Geschäftsleitung. Wenn es zum Beispiel darum geht einen Produktionsprozess zu optimieren, gehört neben dem Produktionsleiter und der Geschäftsführung zwingend auch die IT an den runden Tisch.

Starre Unternehmensstrukturen werden einen wirklichen Wandel eher verhindern als fördern. Die immer kürzer werdenden Innovationszyklen der Technik erfordern Agilität, auch in Bezug auf die Organisation und Strukturen. Das ist mitunter ein Grund, warum viele innovative Startups von grossen Unternehmen erworben werden. Diese liefern neben neuen Ideen und Produkten eine entscheidende Innovationskultur und verzichten auf starre Strukturen.

IT Strategie und -Architektur als Fundament

Starten Sie Ihre Digitalisierungsprojekte nicht auf Basis von Legacy-IT. Als IT-Architekt und -Berater ist es spannend zu sehen wie die Digitalisierung nach und nach Fuss fasst und wir Kunden bei ihren Digitalisierungsprojekten begleiten dürfen. Auf diesem Weg mussten wir hingegen oft feststellen, dass Legacy-IT-Architekturen in neuen Lösungen integriert oder mit grosser Erfindungskraft gar auf diesen aufgebaut wird. Diese Legacy-Architekturen sind hingegen oft nicht für die neue digitale Welt konzipiert, was zu einer immer grösser werdenden Hypothek führt oder gar an der Fertigstellung einer neuen digitalen Lösung hindert. Die Schuld dafür ist oft in einer fehlenden IT Strategie zu finden, was in vielen Fällen zu wenig Modernisierung der IT sowie keinen Investitionen in neue Technologien führt.

Schaffen Sie sich eine saubere Grundlage. Ein Haus kann auch nicht ohne Bodenplatte gebaut werden. Selbst ein unterkellertes Haus benötigt ein sauberes Fundament. Dasselbe gilt für die IT-Architektur, welche das Fundament künftiger Digitalisierungsprojekte und Geschäftsmodellen bildet.

Abschliessend kann festgehalten werden: Neben den technischen Aspekten sowie der IT Strategie und -Architektur sind vor allem auch organisatorische Aspekte, mit unter die einzelnen Menschen, der zentrale Faktor für den Erfolg.

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